Sunday, October 29, 2006

Es werde Schlamm
















Samstag war Tag des alljaehrlichen Pferderennens in Far Hills, einer kleinen Ortschaft in New Jersey, etwa 60 km ausserhalb New Yorks. Hilary Bowers, die ich am trefflichsten als "unsere PR-Schnepfe" beschreiben kann, hatte uns eingeladen, an diesem traditionsreichen Ereignis teilzunehmen. Da es am Vormittag geregnet hatte und Pferderennbahnen haeufig ins Schlammig/Torfige tendieren, waren die etwa eineinhalb Kilometer zwischen Eingang und unserem sich direkt an der Ziellinie befindlichen, planenlosem Zelt, eine ziemliche Suhlerei.
Zum Glueck hatte ich meine robusten Joggingschuhe an; unsere beiden Inderinnen (Frau und Schwaegerin meines Kollegen Pranay, links auf dem zweiten Bild) hatten aufgrund wesentlich weniger rustikaleren Erfahrungen mit Derbies flache Ballerinas an und waren daher gezwungen, mit praktisch nackten Fuessen eine gute Dreiviertelstunde lang durch den teilweise 20 Zentimeter tiefen Matsch zu waten.
Einmal angekommen, staerkten wir uns mit Jelly Shots, Huehnchen à la Kentucky und Brownies. Vier Stunden spaeter waren wir ziemlich durchgefroren, angetrunken und bester Stimmung. Nach einer Fahrt auf dem offenen Pick-up unserer Gastgeberin (bei Regen und etwa zehn Grad!) kamen wir noch durchgefrorener und noch ein bisschen weniger nuechtern bei Hilarys spektakulaerem Wochenendhaus an, wo wir uns bis etwa halb zehn bei Lasagne, Wuerstchen und Trivial Pursuit aufwaermten, bevor wir nach Hause fuhren.

Thursday, October 19, 2006

Moritz Queen of the Circus

War gestern abend mit Pranay, seiner Frau Namita und dessen Schwester Samita (kein Witz) bei einer Standup Comedy Show in Comix, einem Comedy Club bei mir in der Naehe. Die Show bestand aus den Auftritten von vier oder fuenf skurillen Komikern, darunter Red Bastard, Mike O'Connell und Mario Queen of the Circus. Letzterer verhalf mir zu den Warholschen "15 minutes of fame", als er mich aufforderte, als Montserrat Caballé an seiner Seite eine Art akrobatisches Karaoke von "Barcellona" vorzufuehren. Unter anderem Sprang mir der etwa 1.50m kleine und vielleicht 45 kg schwere Zwerg auf die Schulter und fing dort an, dramatische Tanzbewegungen zu vollfuehren. Nach etwa viereinhalb (wahrgenommenen) oder 0.08 tatsaechlichen Stunden war das Lied zuende und wir bekamen einen donnernden Applaus. Nach Ende der Show kamen der Showmaster und mehrere Zuschauer auf mich zu und fragten mich, ob wir vorher geuebt haetten oder ich ein professioneller Komiker sei... vielleicht ein alternativer Karriereweg?
Auf dem Photo sieht man eine Kirche in meiner Nachbarschaft zur blauen Stunde.

Monday, October 16, 2006

Haus Haus von aussen

Saturday, October 14, 2006

Sky Mirror





Am Sonntagnachmittag gingen wir nach einem ausgiebigen Brunch im nahegelegenen Cookshop mit Barbara, Jane, meinem italienischen Kollegen Luca, meinem New Yorker Kollegen indischer Abstammung Pranay und seiner Frau Namita auf einen Spaziergang in der Neighbourhood, der uns letztendlich nach Uptown zum Rockefeller Center fuehrte. Ich brannte darauf, die temporaere Installation eines meiner Lieblingskuenstler, Anish Kapoor, zu sehen. Es handelte sich um einen enormen Hohlspiegel aus poliertem Metall, der ungeahnte Ausblicke auf Manhattan eroeffnete. Ich lasse am besten die Bilder sprechen... Auf der Seitenansicht der Skulptur sind die Spiegelungen von Luca, Pranay und mir zu sehen.

Block-rocking blocks 2


Natuerlich haben die Jungs von Timeout Recht, unser Block rockt und lockt den Bock zum Rocken; direkt unter unserer Wohnung befindet sich eine phantastische franzoesische Patisserie, die Leckereien jeglicher Art wie Millefeuilles, Mandelcroissants und Eclaires feilhaelt und welche uns an jenen Tagen, an denen die Zeit knapp ist, ein vorzuegliches Fruehstueck beschert. Zwei Blocks suedlich beginnt der mit Bars und Ristoranten uebersaete Meatpacking District, im Umkreis von zehn Minuten trifft man auf vielleicht 50 Gallerien und dennoch ist die generelle Stimmung von einem sehr europaeischen Idyll. Begeistert war auch das auf dem Foto zu sehende Filmteam, welches am Sonntag den ganzen Tag lang Verfolgungsszenen zu drehen schien.

Block-rocking blocks

Unser Block wurde in der neuen Ausgabe von Timeout zum drittbesten Block von New York gewaehlt:

3 West 20th Street between Ninth and Tenth Avenues, Chelsea

Few streets offer such respite from Manhattan’s frenetic pace as this part of 20th Street (and its neighbors immediately to the north and south). The southern side is flanked by a pristine collection of Greek Revival row houses, while the north side is home to the General Theological Seminary, occupying an entire city block. The seminary’s 19th-century architecture comes with all the trimmings, including ornate wrought-iron fencing, lush overhanging trees and a colossal bell tower that transforms this one-block strip into a provincial European village. “It’s wonderful to hear the church bell toll,” notes Kathryn Tucker, who lives in a townhouse she says was once occupied by bombshell stage actress Anita Morris. “I wake to birds chirping and kids playing.” Bonus: +3 points. Steeped in history, this location puts you right in the thick of things, including the Chelsea gallery district, yet retains a feeling of being removed.

Haus Putz



An den darauffolgenden Tagen erlebte ich soviel, dass es mir unmoeglich ist, mich an alles zu erinnern. Unter anderem ging ich zu einem Konzert im Roseland Ballroom (Massive Attack) und danach in ein russisches Restaurant gegenueber, welches Wodka in zwanzig Geschmacksrichtungen anbietet, darunter auch fuer einen westeuropaeischen Gaumen abstruse Kombinationen wie Knoblauch oder Meerrettich. Ich entschied mich dann doch fuer Pfirsich. Morgens war ich dank Jetlag und anfaenglicher Euphorie so hellwach, dass ich die milden Temperaturen ausnuetzte und eine Stunde joggen ging, waehren um mich herum der Rest der Stadt aufwachte. Da wir nur etwa 3 Gehminuten vom Hudson River entfernt wohnen, kann ich auf dem Fahrrad- und Joggingweg, der sich vom Financial District bis hoch zum Central Park erstreckt joggen gehen; eine wirklich einmalige Szenerie. Da es hier natuerlich von Fitnessbesessenen nur so wimmelt, kamen mir auch um sieben Uhr morgens im Schnitt etwa hundert Leute entgegen. Am Samstag fingen wir mit dem Hausputz an; hier ein paar Bilder vom sonnendurchfluteten Wohnzimmer, meinem Lieblingsraum der Wohnung, mit drei Fenstern, die Ausblick auf die Neunte gewaehren.

10 Tage spaeter


Am 3. Oktober um 17.45 lokaler Zeit kam ich in New York an, nachdem mein Flug auf meinen Protest hin verlegt wurde; statt einem fuenfstundigen Aufenthalt in London hatte ich nur einen einstuendigen in Mailand. Als ich in Newark ankam, waren es noch etwa 25 Grad; die ganze darauffolgende Woche sollte das Wetter noch altweibersommerlich heiss bleiben. Ich stieg aus dem Taxi an der 20. Strasse Ecke 9. Avenue aus, hievte meine 50 kg schweren Riesenkoffer in den fuenften und letzten Stock des fuer New Yorker Verhaeltnisse antiken Hauses und klingelte an der Tuer. Barbara, meine einstweilige Mitbewohnerin, oeffnete die Tuer und gab den Blick frei auf den endlosen Korridor, der das ganze Appartement durchzieht. Ich war sofort hingerissen und ueberwaeltigt von dieser Wohnung; von ihrer Groesse (etwa 80 Quadratmeter), ihrem leicht Bohèmien-maessigen Charme (sie ist voll von alten Moebeln, die ebenso merk- wie liebenswuerdig sind, unter anderem gibt es ein Spinett, einen zum Beistelltisch umfunktionierten Naehmaschinentisch, zwei Kamine und einen Stuhl, der an einen mittelalterlichen Thron erinnert) und ihrer exzellenten Lage. Sofort machte ich einige Fotos, unter anderem dieses, welches unsere von einem der Wohnzimmerfenster ausgehende Feuerleiter und die neunte Avenue zeigt.